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	<title>Privates Blog von Karsten Gresch &#187; Literatur</title>
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	<description>Varia, Miscellania</description>
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		<title>Emojournalismus</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 10:23:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sobald du deinen Fernseher einschaltest, bist du in Gefahr. Wie beim Geruch von Schimmelsporen einer verseuchten Wohnung bemerkst du vielleicht nicht, dass dein Gehirn kontaminiert wird. Der Emojournalismus greift an. Tom Schimmeck umreißt in seinem lesenwerten Buch Am besten nichts Neues im Kapitel Gefühlsecht dieses Phänomen. Im &#8220;klassischen&#8221; Journalismus sollen die Nachrichten die Fragen Wer-Was-Wann-Wo-Warum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sobald du deinen Fernseher einschaltest, bist du in Gefahr. Wie beim Geruch von Schimmelsporen einer verseuchten Wohnung bemerkst du vielleicht nicht, dass dein Gehirn kontaminiert wird.</p>
<p>Der Emojournalismus greift an. <a href="http://www.schimmeck.de/">Tom Schimmeck</a> umreißt in seinem lesenwerten Buch <a href="http://westendverlag.de/westend/buch.php?p=36">Am besten nichts Neues</a> im Kapitel <em>Gefühlsecht</em> dieses Phänomen. Im &#8220;klassischen&#8221; Journalismus sollen die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nachricht_%28Journalismus%29">Nachrichten</a> die Fragen Wer-Was-Wann-Wo-Warum möglichst im ersten Satz beantworten. Der Emojournalismus zielt aber darauf ab, Rezipienten ein &#8220;Gefühlserlebnis&#8221; zu vermitteln und diese zu unterhalten.</p>
<p>Ausgerechnet in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sol_Stein">Sol Stein</a>s Buch <a href="http://www.zweitausendeins.de/suche/?ArticleFocus=1&amp;ord=-1&amp;alpha=1&amp;cat=all&amp;q=sol%20stein">Über das Schreiben</a>, das sich dem fiktionalen und nichtfiktionalen Schreiben gleichermaßen widmet (Exerpt <a href="http://www.leixoletti.de/theorie/solstein.htm">hier</a>), finden sich zahlreiche Beispiele, wie man Nachrichten anreichern und spannend machen soll.</p>
<p>Die lapidare Begründung Steins für das emotionale Aufblähen von Fakten ist, dass der Mensch im 20.en Jahrhundert sich geändert habe durch die von Film und Fernsehen geprägten Rezeptionsgewohnheiten.</p>
<p>Dieser Ansatz ist fehlerhaft und gefährlich:</p>
<ol>
<li><strong>Diskursfähigkeit</strong>: Bei journalistischen Nachrichten geht es darum, Inhalte zu vermitteln. Auf Grundlage der Fakten beginnen wir, diese zu reflektieren und die Fakten einzuordnen. Nur auf Grundlage von Fakten kann ein sinnvoller Diskurs geführt werden. Die Methodiken des Creative Writing zielen bewusst darauf ab, den Leser zum Lesekonsumenten zu machen, der nicht aus dem Lesefluss gerissen wird. Unverhohlen wird dabei auf die Kaufentscheidung des Lesers in der Buchhandlung abgezielt, der möglichst nach dem Lesen des ersten Satzes das Buch so spannend findet, dass er es sofort weiterlesen möchte.<br />
Mit diesen Methodiken bläht man aber Inhalte auf und verbirgt und &#8220;streckt&#8221; Fakten, während man die Leser mit spannenden Erzähltechniken bei der Stange hält.<br />
Wer dieses Prinzip auf journalistische Nachrichten überträgt, verschleiert oder verdrängt Fakten. Aus dem <a href="http://www.ratschlag24.com/index.php/was-ist-infodump_000045162/">Infodump</a> im Diskurs &#8211; um im Jargon zu bleiben &#8211; würde ein &#8220;Emodump&#8221;. D.h., anstelle beim Diskurs mit Fakten zu argumentieren, blieben lediglich Emotionen. Damit wäre jeder politische Diskurs ad absurdum geführt, da die politisch relevanten Inhalte fehlten.</li>
<li><strong>Mangelnde Differenzierung der journalistischen Darstellungsform</strong>: Stein vermengt die journalistischen Darstellungsformen. Für eine Dokumentation kann es durchaus nützlich sein, die Rezipienten in die Sichtweise Betroffener etc. zu versetzen, um dadurch z.B. Mitgefühl hervorzurufen. Ebenso wird ein Leitartikel die Leserschaft mit einer geschickten Einleitung fesseln. Hinsichtlich der Tatsachenvermittlung ist das aber unangebracht. Nicht verwunderlich ist deshalb, dass die meisten journalistischen Nachrichten-Beispiele Steins aus der Rubrik &#8220;Panorama/Vermischtes&#8221; stammen oder aber Nachrichten plötzlich zu Berichte/Reportagen umwandeln.</li>
<li><strong>Erzeugen von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Massenhysterie">(Massen-)Hysterie</a></strong>: Wer Menschenmengen überemotionalisiert, erzeugt Massenhysterie. Auch als Deutsche im 21.en Jahrhundert dürften wir nicht gänzlich vergessen haben, welche Auswirkungen dies haben kann. (Michael Moore zeigt in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bowling_for_Columbine">Bowling for Columbine</a> zeitgemäße Implikationen auf.).</li>
<li><strong>Entfernen und Umschreiben relevanter Informationen</strong>: In 1.) angedeutet: Je mehr Zeit (TV/Radio) und Platz (Printmedien, Internet) der Darstellung von Emotionen gewährt wird, desto weniger Fakten können präsentiert werden. Je weniger Fakten dargestellt werden, desto weniger Fakten können erinnert werden. Je weniger Fakten erinnert werden, desto einfacher ist es, Fakten &#8220;kreativ umzudeuten&#8221;. Ein schönes Beispiel ist die bei einem Attentat getötete <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Benazir_Bhutto#Charges_of_corruption">Benazir Bhutto</a>, der zusammen mit ihrem inhaftierten Ehemann gemeinschädliche Korruption nachgewiesen wurde, die aber 2007 zu einer &#8220;Lady Di&#8221; der Demokratie in allen westlichen Medien bis hin zur Guardian oder taz stilisiert wurde. Hier wurden die Korruptionsvorwürfe &#8211; vor dem Attentat (danach scheint das <em>de mortuis nil nisi bene</em> immer noch zu funktionieren) &#8211; nirgends recherchiert/erwähnt. 1984.</li>
<li><strong>Falsches Ziel</strong>: Sol Stein und viele Creative-Writing-Ratgeber behaupten, Ziel der guten Erzählung sei, Gefühle zu vermitteln. Das ist falsch und würde die Prinzipien des Spektakelkinos auf das Erzählen übertragen. Der eigentliche Wert der Literatur, das, was sie vom Film abgrenzt, ist, dass sie nicht nur Gefühle, sondern <em>Erfahrungen</em> vermitteln kann. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bildung._Alles,_was_man_wissen_mu%C3%9F">Schwanitz</a> beschreibt dies sehr eindrücklich.</li>
</ol>
<p>PS: Ich habe den Fernseher abgeschafft. Und hoffe immer noch auf eine Tagesszeitung, die es zu abonnieren lohnt.</p>
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		<title>Schland (TM)</title>
		<link>http://blog.gresch.de/2010/06/24/schland-tm/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 20:05:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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		<description><![CDATA[Kürzlich erst erfahren, dass sich der TV-Unterhalter Stefan Raab im Jahr 2005 die Wortmarke &#8220;Schland&#8221; sicherte (zum ganzen ein Wikipedia-Artikel &#8220;Schland o Schland&#8220;). Wenn aber der selbsternannte &#8220;Wortwart der Nation&#8221;, Detlef Gürtler, erklärt, Stefan Raab hätte das Wort Schland erfunden, irrt er. Ich behaupte, dass jeder halbwegs selbständig denkende Abiturient, der Leistungskurs Geschichte oder Deutsch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kürzlich erst erfahren, dass sich der TV-Unterhalter Stefan Raab im Jahr 2005 die Wortmarke &#8220;Schland&#8221; sicherte (zum ganzen ein Wikipedia-Artikel &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schland_o_Schland">Schland o Schland</a>&#8220;).</p>
<p>Wenn aber der selbsternannte &#8220;Wortwart der Nation&#8221;, <a href="http://www.detlef-guertler.de/">Detlef Gürtler</a>, erklärt, <a href="http://blogs.taz.de/wortistik/2010/06/16/schland/">Stefan Raab hätte das Wort Schland erfunden</a>, irrt er.</p>
<p>Ich behaupte, dass jeder halbwegs selbständig denkende Abiturient, der Leistungskurs Geschichte oder Deutsch gewählt hat und über einer Klausur zum Thema Deutschland i.w.S.  brütet, beginnt, das Wort zu sezieren und mit den Silben herumzuspielen, um schließlich über die Bedeutungsmöglichkeiten des Wortes &#8220;Schland&#8221; zu sinnieren .</p>
<p>Das war jedenfalls in meinem Freundeskreis eine allgemein geteilte Erfahrung.</p>
<p>Immerhin hab ich das nachweislich festgehalten in einem Tagebucheintrag, der so schlecht ist, dass es mir die Schamesröte ins Gesicht treibt. Nicht meines mangelnden Patriotismus wegen. Da bekenne ich gern, dass ich mich nicht so sehr als Deutscher, denn als Europäer sehe, dem Italien, Österreich, die Schweiz, Großbritannien, und Frankreich genausoviel wie Deutschland bedeuten.</p>
<p>Aber dann doch nicht so sehr als Europäer denn als Wesen, das auf diesem Planeten lebt und diesem alles verdankt. Der die Gemeinsamkeiten zu <em>allen</em> Menschen lieber sieht und aufzudecken versucht als die Unterschiede, die vorhanden sind z.B. zwischen den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Frohnau">Frohnauern</a>, die jenseits und diesseits des Ludolfinger Platzes wohnen, zwischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_Reinickendorf">Reinickendorfern</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Zehlendorf">Zehlendorfern</a>, Berlinern und Potsdamern, Brandenburgern und Bayern, Deutschen und Holländern, Europäern und Afrikanern etc.</p>
<p>Was mich peinlich berührt ist, wie miserabel und bodensätzig dieser &#8211; im Tagebuch immerhin durchgestrichene, d.h. verworfene &#8211; Eintrag vom 21.02.1992 daherkommt. Wie humorlos (von den letzten beiden Punkten abgesehen).</p>
<p>Sei&#8217;s drum, das Wort &#8220;Schland&#8221; kommt eindeutig darin vor, damit beanspruche ich den zeitlichen Primat <img src='http://blog.gresch.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<pre>Deutschland.
Deut, deut, deut -
die [Dichter und] Denker
Schland, Schland, Schland -
[die Richter] und Henker.
Die D Oi Oi tschand.
Der Deutschen
deutsche Vita:
Bier, Stumpfsinn und Überheblichkeit.

----------------

In Reit im Winkel
kegeln und brüllen
saufende Vereine.
Bis zur Wi_dervereinigung...
"Was war da noch mit Schlesien?"

----------------

'''Mein''' ''Deutschland'', die Fiktion,
war immer schon vernichtet,
der Traum der Exilanten,
war immer nur ..</pre>
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		<title>Wert des Menschenlebens (III)</title>
		<link>http://blog.gresch.de/2007/11/16/wert-des-menschenlebens-iii/</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Nov 2007 22:46:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[So mag es vielen gehen, die nicht aus echtem Interesse ihren Beruf aus&#252;ben: Gemeinsam mit gleichgesinnten Kollegen ahnen sie, dass man dem Sterben zuarbeitet. Aber kein Leben lebt. &#160; Dagegen richtet sich der Instinkt, weswegen man sich weigert, die eigenen Arbeitsergebnisse zu optimieren, also weder auf das Firmenziel, den Profit hinzuzuarbeiten, noch auf das eigene: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So mag es vielen gehen, die nicht aus echtem Interesse ihren Beruf aus&uuml;ben: Gemeinsam mit gleichgesinnten Kollegen ahnen sie, dass man dem Sterben zuarbeitet. Aber kein Leben lebt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Dagegen richtet sich der Instinkt, weswegen man sich weigert, die eigenen Arbeitsergebnisse zu optimieren, also weder auf das Firmenziel, den Profit hinzuzuarbeiten, noch auf das eigene: die (berufliche==pers&ouml;nliche) Erf&uuml;llung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weswegen versucht wird, mit ein wenig plakativer Individualit&auml;t sich aufzulehnen: Gelaber in Meetings allerorten, die eigene Misere sch&ouml;nreden, anstelle sie zu verbessern, Staatusmeetings einrichten zum Zementieren der sozio&ouml;konomischen Sicherheit.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die Motivationskommentare De Marcos und Listers richten sich gegen diese Tendenz (im Sinne der Symptombek&auml;mpfung): Nur kurzfristige Projektziele vereinbaren (&quot;In zwanzig Monaten kann ich tot sein&quot;), das inhaltliche Desinteresse durch pers&ouml;nliche Motivation (f&uuml;r den Teamleiter, besser noch: das Team) ersetzen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das ist die Disziplin der Steinzeitmenschen, und sie bringt auch heute noch unm&auml;&szlig;ig viele Menschen durch den Winter, Jahr f&uuml;r Jahr.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Wert des Menschenlebens (II)</title>
		<link>http://blog.gresch.de/2007/11/14/wert-des-menschenlebens-ii/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Nov 2007 23:35:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Gro&#223; ist das Geschrei, wenn z.B. eine vierzigj&#228;hrige Person ums Leben kommt, sei es an einer defekten Rolltreppe. Leiser werden die Schreier, wenn wir h&#246;ren, dass die Frau noch genau f&#252;nf Wochen zu leben gehabt h&#228;tte, weil sie an einer Herzkrankheit litt. &#160; Applaus, wenn wir h&#246;ren, dass die Frau, die noch zwei Wochen zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gro&szlig; ist das Geschrei, wenn z.B. eine vierzigj&auml;hrige Person ums Leben kommt, sei es an einer defekten Rolltreppe.</p>
<p>Leiser werden die Schreier, wenn wir h&ouml;ren, dass die Frau noch genau f&uuml;nf Wochen zu leben gehabt h&auml;tte, weil sie an einer Herzkrankheit litt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Applaus, wenn wir h&ouml;ren, dass die Frau, die noch zwei Wochen zu leben h&auml;tte, der Entnahme bestimmter Organe zustimmt &#8211; eine Entscheidung, die f&uuml;r&nbsp;sie den&nbsp;sicheren Verlust dieser&nbsp;zwei Wochen bedeutet, da Folge der Operation der sichere Tod ist. Daf&uuml;r hilft sie, das Leben anderer zu verl&auml;ngern.
</p>
<p>Wie w&auml;re das: Die f&uuml;r das Individuum sinnlos (mit &quot;Lohnsklaverei&quot;) verbrachte Lebenszeit wird bezogen auf die Gesamtlebenszeit gemessen; dann bestimme man, wieviel vom Leben genommen wurde, wie lang also selbstbestimmt gelebt wurde?</p>
<p>Nehmen wir einmal an, es k&auml;me dabei heraus, dass man etwa 30 Jahre seines Lebens versklavt verbringt &#8211; warum dann nicht einen Vertrag abschlie&szlig;en, bei dem man 15 Jahresgeh&auml;lter auf einmal ausgezahlt erh&auml;lt, aber daf&uuml;r seiner &#8211; t&ouml;dlichen &#8211; Organausweidung nach 15 Jahren zustimmt? Wer w&uuml;rde da mitmachen? Wer nicht?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der &quot;versklavte&quot; Arbeitnehmer bezahlt den Lohn mit seinem Leben. Genau darum geht es.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;International Slam Contest&#8221;, 14.09.07, Ballhaus Ost</title>
		<link>http://blog.gresch.de/2007/09/15/international-slam-contest-14-09-07-ballhaus-ost/</link>
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		<pubDate>Sat, 15 Sep 2007 16:36:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur bis zur Pause geblieben: Meine Begleitung ben&#246;tigte einen Eindruck von Poetry Slams, das Ergebnis der ~Ausscheidung~ war uns nicht wesentlich. Aufgrund meiner Kenntnis, der einigerma&#223;en zahlreichen Besuche von Poetry Slams, h&#228;tte sich der erste Eindruck nicht entscheidend ge&#228;ndert, w&#228;ren wir l&#228;nger geblieben. &#160; Das kam mir in den Sinn: Frisch-Diktum von der Lyrik (TB [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nur bis zur Pause geblieben: Meine Begleitung ben&ouml;tigte einen Eindruck von Poetry Slams, das Ergebnis der ~Ausscheidung~ war uns nicht wesentlich. Aufgrund meiner Kenntnis, der einigerma&szlig;en zahlreichen Besuche von Poetry Slams, h&auml;tte sich der erste Eindruck nicht entscheidend ge&auml;ndert, w&auml;ren wir l&auml;nger geblieben. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das kam mir in den Sinn: Frisch-Diktum von der Lyrik (TB 46-49, 537ff.), also: </p>
<p>- &Auml;u&szlig;erliche Umst&auml;nde des Vortrags: Streichquartett, Vorh&auml;nge, Kerzen Oleander<br />- Materiales: &Uuml;berholte Vor-Banale Metaphorik<br />- Materiales: Metrischer Duktus, Form insgesamt<br />- Vortrag alltagsenthoben, sprachlich nicht allt&auml;glich<br />- &quot;In-der-Welt-sein&quot; des Gedichts</p>
<p>Eigentlich zielt das mehr auf den Vortrag als auf den Inhalt ab, da gibts zu viele Beispiele, die auch bei den &Auml;lteren, &Auml;ltesten, ohne Leu und Lilie auskommen, <em>gerade</em> Heine ist da gutes&nbsp; Beispiel. </p>
<p>Unterbrechen und Fortsetzen als Kriterium? Das h&auml;ngt wohl mehr von der Rezeptionsf&auml;higkeit ab: Wenn ich das Buch der Lieder verinnerlicht hab, wird es mir allt&auml;glich, kommen mir selbst Vertonungen (dazu sp&auml;ter) profan vor.</p>
<p>K&ouml;nnte ich Gedichte wie Briefe _vor_lesen &#8211; welchen Sinn machte dann noch eine Unterscheidung zwischen Lyrik und Prosa? Man gibt sie auf, Ockham mags zufrieden sein, ein gro&szlig;er Sprachbrei, mal rhythmischer, mal nicht.</p>
<p>Was mir hier fehlt, ist der reizende, ja &auml;tzende Dualismus zwischen dem gelesenen und dem gesprochenen Gedicht. Je mehr Menschen h&ouml;ren, wie sie sehen &#8211; konsumatorisch &#8211; desto mehr werden sie lesen wie sie h&ouml;ren. Was das Problem der H&ouml;rb&uuml;cher darstellt: Die unterschiedliche Reflektion. Begr&uuml;ndet mag sie sein im erh&ouml;hten Aufwand, den Gedanken nachgehen zu k&ouml;nnen: Das H&ouml;rbuch zu unterbrechen, ist schwieriger, als das Lesen zu unterbrechen. Einen Querverweis nachzuschlagen ist einfacher im Buch. Hier sind die Mechaniker weit entfernt von sinnvoller Machbarkeit. Vielleicht einmal der klingende eBook-Reader.</p>
<p>Aber da kommt das Interessante bei den Slams: Hier haben sich die &quot;Subkulturen&quot; (noch so ein zu zerfleddernder Begriff) von Pop-, Soul- und Rapmusikliebhabern und Dichterlesungfrustrierten, meist auch Fu&szlig;ball- resp. Sportbegeisterten, zusammengefunden.</p>
<p>Der Anlass ist l&ouml;blich: Immerhin besch&auml;ftigen sich Menschen mit etwas, das sie f&uuml;r Lyrik halten. Thematisch ist die Auswahl erschreckend: Vieles bleibt jugendliche, pubert&auml;re Selbstexpression. Der Herzschmerz, das Selbstbehauptenwollen/-m&uuml;ssen; die anderen als Spie&szlig;er, das Wir der Werbemarken: Du auch Sinalco? Eben das l&auml;sst sich aber gut konsumieren, das sind die Gemeinpl&auml;tze, die dann Grundlage einer teils atemberaubenden, aberwitzigen sprachlichen Artistik werden. Hier macht auf einmal der Binnenreim Spa&szlig;, weil er zwingend wirkt und &uuml;ber den Zwang zu einem anderen, unerwarteten Gemeinplatz f&uuml;hrt.</p>
<p>Mir scheint dieses Genre weit n&auml;her am Kabarett der 1910er Jahre zu liegen, artifizielles Jonglieren mit W&ouml;rtern und Banalit&auml;ten, alles mit dem K&uuml;nstlerduktus angehaucht. Das dann mit dem &#8211; zum Gl&uuml;ck noch nicht v&ouml;llig veramerikanisierten &#8211; fragw&uuml;rdigen Nervenkitzel des Wettbewerbs, des Siegens, gar nicht so weit entfernt von den institutionalisierten Dichterpreisen, nur quasi-demokratisiert. Schrei am besten, dann siegst Du! Welch eine Grundlage f&uuml;r Lyrik.</p>
<p>Dass sich die Gedichte der Poetry Slams meist so miserabel lesen lassen (Ausnahmen vorhanden, z.B. <a href="http://www.lyrikline.org/index.php?id=162&amp;L=0&amp;author=ng01&amp;show=Poems&amp;poemId=2953&amp;cHash=d824ee5fee" target="_blank">Nora-Eugenie Gomringer</a>), verwundert nicht besonders &#8211; die h&ouml;rende und lesende Reflektion ist unterschiedlich; h&ouml;rend &#8211; mehr konsumierend, weniger am Wort- als am Klanggedanken; lesend mehr die Inhalte entziffernd und entt&auml;uscht &uuml;ber die Pubert&auml;tsbanalit&auml;ten. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Macht es uns wirklich alle zu Br&uuml;dern und Schwestern, dass wir Hunger haben, Essen und Verdauen m&uuml;ssen und mit bestimmten Markennamen aufgewachsen sind? Wenn schon nicht M&ouml;rike und Mozart, dann das?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>******* <strong>Zum Programm</strong> *******</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Lautst&auml;rke und Zigarettenrauch luden zudem wenig zum Verweilen ein. Ebensowenig die leicht manipulativen Unterbrechungen der Moderatoren &#8211; teils wurde der Applaus einfach unterbrochen, teils nicht.<br />(Ich scheine mich rechtfertigen zu m&uuml;ssen. Der stille Vorwurf, die Sprechartistik der anderen Teilnehmer nicht ausreichend gew&uuml;rdigt zu haben).</p>
<p>Moderator war unter anderem <a href="http://www.basboettcher.de/" target="_blank">Bas B&ouml;ttcher</a>, der zum gelackten Berufsjugendlichen mutiert, gesch&auml;ftig, mit Schnauzbart w&auml;re es ein R. Strauss par exemple.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Andy Ninvalle</strong> (NL &#8211; Ehrengast). Indiskutabel, h&ouml;chstwahrscheinlich, weil auf Englisch. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Ken Yamamoto</strong> (Japan/D/F) &#8211; Mainzer (?), jedenfalls ist der Hinweis Japan/D/F irref&uuml;hrend, eindeutig ein Deutscher. Machts aber nochmal so interessant. Lyrik.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Bohdan Blahovec</strong> (CZ): Improvisiert, h&auml;tte die F&auml;higkeit, Massenhysterien auszul&ouml;sen. Keine Lyrik.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Betti Synclar</strong> (CH): Traut sich mitzuteilen, dass auch sie eine Frau ist und Bed&uuml;rfnisse hat, die sonst eher nur ein Mann &auml;u&szlig;ert. Peinlich. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Antoine &quot;T&ocirc;&quot; Faure &amp; Damien Noury</strong> (F): Artistik, sehr professionell. Ihr Hymnus an den Slam: Sie leben davon, das merkt man, die Dankbarkeit deshalb verst&auml;ndlich. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Orsolya Karafyiath</strong> (HU) &#8211; Trat mit &quot;Kult-Schlagers&auml;ngerin&quot; auf. Peinlich, resp. bem&uuml;ht und auch noch peinlich. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Sara Ventroni</strong> (I) &#8211; Wenn ichs recht verstand, lamentierte sie ziemlich lang darob, dass niemand sie verstehen k&ouml;nne und was da alles zu sagen w&auml;r. Eindr&uuml;cklich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Salena Godden</strong> (UK) &#8211; Selbstverliebt, selbst&uuml;berheblich, keine Lyrik.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>George Elliot Clarke: Africadian Poetry</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Sep 2007 21:24:59 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ein Eintrag auf Englisch sollte das werden, jetzt nach reichlich viel gesprochenem Deutsch seh ich davon ab: Der Wechsel ist dem Fluss abtr&#228;glich. &#160; Africadian &#8211; eine Wortsch&#246;pfung von G.E. Clarke (und hier), die &#34;African&#34;, &#34;Canadian&#34; und &#34;Acadian&#34; verwebt und und jetzt, nach achtzehn Jahren, gar Einzug in den Oxford Thesaurus gefunden hat. Sie verr&#228;t [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Eintrag auf Englisch sollte das werden, jetzt nach reichlich viel gesprochenem Deutsch seh ich davon ab: Der Wechsel ist dem Fluss abtr&auml;glich.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Africadian</em> &#8211; eine Wortsch&ouml;pfung von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/George_Elliott_Clarke">G.E. Clarke</a> (und <a href="http://www.answers.com/topic/george-elliott-clarke">hier</a>), die &quot;African&quot;, &quot;Canadian&quot; und &quot;Acadian&quot; verwebt und und jetzt, nach achtzehn Jahren, gar Einzug in den Oxford Thesaurus gefunden hat. Sie verr&auml;t zugleich einen wesentlichen <em>inhaltlichen</em> Schwerpunkt der literarischen Produktion Clarkes: Die Positionsbestimmung der Afrokanadier, speziell der in Nova Scotia. Die Hybris der f&uuml;r Clarke miteinander unvereinbaren kulturellen (und sprachlichen) Wurzeln England und Frankreich (Clarke beansprucht f&uuml;r sich, nicht ausreichend gut Franz&ouml;sisch sprechen, wohl aber lesen zu k&ouml;nnen), die eindeutig auf Europa ausgerichtete Sozialstruktur erschwerte den offenbar ungemein zergliederten afrikanischen &quot;Communities&quot;, sich eigenst&auml;ndig, &quot;native-africadian&quot;, zu &auml;u&szlig;ern.&nbsp; </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>In Clarke haben sie eine Stimme gefunden. Was f&uuml;r eine! Beim Rezitieren bebt sein K&ouml;rper und wiegt sich metrisch &#8211; der Einsatz erinnert an Poetry Slams, die allerdings gar nicht erst erfunden worden w&auml;ren, wenn alle Dichterlesungen wie Clarkes ausfielen. Einzig die Inhalte sind anspruchsvoller und auch die &quot;Machart&quot; weitaus artifizieller. Clarke las im internationalen Club (leider keine Homepage) &#8211; neben drei unver&ouml;ffentlichten Gedichten aus <em>Whyla Falls</em>, <em>Illuminated Verses</em>, <em>Blue</em> und <em>Black</em> sowie den Opern <em>Quebecit&eacute;</em> und der Trudeau-Oper <em>NN</em>. Zu den gelesenen Opernpassagen wurde auch die Musik (DD <em>NN</em>) gespielt &#8211; gef&auml;llig, musicalartig, nicht mit europ&auml;ischer Oper zu verwechseln.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>F&uuml;r den Europ&auml;er scheinen die Gedichte leicht, s&uuml;ffig &#8211; die Hermetik Klings oder Celans erfordert M&uuml;he, l&auml;sst stets einen letzten Zweifel zur&uuml;ck, in jeder Passage, wegen des nie ganz erkl&auml;rbaren Gesamtzusammenhangs. Clarks Gedichte erfreuen durch ihre teils eindeutigen Aussagen, die mit gutlautenden, teils irritierenden, Wortkombinationen ins Ohr gebracht werden und so die Auseinandersetzung mit den wenig hermitschen klaren politischen Inhalten erm&ouml;glichen. Das erinnert an Neruda ein wenig: ein Dichter, der anderen, anderen Anliegen, fern der Selbstexpressivit&auml;t, seine Stimme leiht.&nbsp;</p>
<p>Sehr angenehm: Die Political Correctness, die in den Gespr&auml;chen vor und nach der Lesung gepflegt wurde, war von einer positiven Grundhaltung gepr&auml;gt: Politisch korrekt sich verhalten, nicht um unangreifbar zu sein, sondern um anderen &#8211; ernsthaft bem&uuml;ht &#8211; gerecht zu werden. </p>
]]></content:encoded>
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		<title>Frisch Lektüre: Rückzug aufs Selbst</title>
		<link>http://blog.gresch.de/2007/09/06/frisch-lektuere-rueckzug-aufs-selbst/</link>
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		<pubDate>Thu, 06 Sep 2007 22:16:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Der immer wieder gedachte Gedanke des bereits millionenfach Gedachten: Frisch erw&#228;hnt ihn anl&#228;sslich seines Parisbesuchs (TB I,S. ###). Wie reagiert Frisch? Er zieht sich zur&#252;ck, auf seine pers&#246;nliche Herkunft, aufs Intime, seine Sozial-DNA. &#160; Das funktioniert bei ihm, aber was macht jemand, der bemerkt, dass ihm dieser R&#252;ckzug verwehrt ist, weil seine Herkunft ebenso wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der immer wieder gedachte Gedanke des bereits millionenfach Gedachten: Frisch erw&auml;hnt ihn anl&auml;sslich seines Parisbesuchs (TB I,S. ###). Wie reagiert Frisch? Er zieht sich zur&uuml;ck, auf seine pers&ouml;nliche Herkunft, aufs Intime, seine Sozial-DNA.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das funktioniert bei ihm, aber was macht jemand, der bemerkt, dass ihm dieser R&uuml;ckzug verwehrt ist, weil seine Herkunft ebenso wie sein Person nur den R&uuml;ckschluss auf ein millionfach wiederholtes Dasein zulassen?</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Verwandeln und Entfalten</title>
		<link>http://blog.gresch.de/2007/09/01/verwandeln-und-entfalten/</link>
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		<pubDate>Sat, 01 Sep 2007 11:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Frisch-Diktum &#34;Die Zeit verwandelt uns nicht. Sie entfaltet uns nur&#34; [Gesammelte Werke, Bd. 2, Tagebuch 1946-1949, S. 361]. &#160; Am Wort klebend: Papier entfalten, in jedem Fall ver&#228;ndert, vergr&#246;&#223;ert sich etwas im Raum, doch das Blatt Papier bleibt das Blatt Papier. &#160; Aber ohne das Wissen um das Ganze, dass sich da entfaltet, ist es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frisch-Diktum &quot;Die Zeit verwandelt uns nicht. Sie entfaltet uns nur&quot; [Gesammelte Werke, Bd. 2, Tagebuch 1946-1949, S. 361]. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Am Wort klebend: Papier entfalten, in jedem Fall ver&auml;ndert, vergr&ouml;&szlig;ert sich etwas im Raum, doch das Blatt Papier bleibt das Blatt Papier.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Aber ohne das Wissen um das Ganze, dass sich da entfaltet, ist es einerlei. Die Entfaltung ist Verwandlung f&uuml;r die Person selbst, erst recht f&uuml;r die Au&szlig;enstehenden. Das, was man ist, entzieht sich dem Erkennen und kann so stark ver&auml;ndert/entfaltet werden, dass man <em>wie verwandelt</em> ist. Ausgehend von Unendlichkeit in jedem, macht der Ansatz erst recht keinen Sinn. <em>Thought smell</em>, mir zu deterministisch, wenn es nur so zitiert wird. Dass es so n&auml;mlich nicht gemeint ist, d&uuml;rfte aus dem nachfolgenden Passus folgen, &quot;Wir k&ouml;nnen nur, indem wir den Zickzack unsrer jeweiligen Gedanken bezeugen und sichtbar machen, unser Wesen kennen lernen (&#8230;)&quot;.  </p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wissenschaft und Künstlerschaft</title>
		<link>http://blog.gresch.de/2007/08/31/wissenschaft-und-kuenstlerschaft/</link>
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		<pubDate>Fri, 31 Aug 2007 19:36:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Suche nach dem thought smell *: Weshalb dieses Unbehagen mit Literaten, die Literaturwissenschaft studierten, Komponisten, die Musikwissenschaft belegten? &#160; Weshalb ist Brahms mir einerseits sympathisch &#8211; weil er die Musikwissenschaftler so verachtete, andererseits aber auch Ligeti, weil er sich genauestens, &#34;quasi-wissenschaftlich&#34;, mit Ockeghem besch&#228;ftigte? &#160; Warum scheint mir Klings Ansatz, lautassoziierend das Rotwelsche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der Suche nach dem <em>thought smell <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Code_smell" target="_blank">*</a></em>: Weshalb dieses Unbehagen mit Literaten, die Literaturwissenschaft studierten, Komponisten, die Musikwissenschaft belegten?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weshalb ist Brahms mir einerseits sympathisch &#8211; <em>weil</em> er die Musikwissenschaftler so verachtete, andererseits aber auch Ligeti, <em>weil</em> er sich genauestens, &quot;quasi-wissenschaftlich&quot;, mit Ockeghem besch&auml;ftigte?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Warum scheint mir Klings Ansatz, lautassoziierend das Rotwelsche einzuflechten, ein wenig steif und auch ein wenig unredlich und weshalb w&uuml;rde ich erst recht denken, Kunstgeschichte zu studieren, sei kein guter Weg, um sich als ~K&uuml;nstler~ (iSv &quot;Bildende Kunst&quot; Betreibender) auszubilden?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>W&auml;re mir Ingeborg Bachmann nicht weniger sympathisch, wenn sie lediglich Germanistik studiert und &uuml;ber Celan oder gar expressionistische Dichtung promoviert h&auml;tte? Aber Philosophie und Heidegger &#8211; das ist doch was, das geht doch noch??? </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Da ist ein Graben, den sp&uuml;r ich, zwischen Wissenschaft und Kunst. Nicht der Humor kann es sein, nicht der Ernst: In Fu&szlig;noten (ihr entz&uuml;ckendes selbstrekurrierendes Denkmal ist die Schwanitzsche) gibts viel zu br&uuml;llen und in manchen St&uuml;cken, &quot;Werken&quot;, viel zum G&auml;hnen.  </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nicht der Wunsch ists, an die anderen heranzugehen, etwas mitzuteilen, das <em>Mitteilungsbed&uuml;rfnis</em>. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wahrheit</em>, also? Da gibts ja die &quot;k&uuml;nstlerische Wahrheit&quot;, die z&auml;hlt im Multiversum genauso. </p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Methode</em>? Wie akribisch geht Yves Klein vor, welch gro&szlig;artiges Bibelkompendium ist der Ulysses, wie radikal-methodisch t&ouml;nt der Serialismus.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Wiederholbarkeit des Versuchs</em>, vielleicht. &nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kling-Lektüre (II)</title>
		<link>http://blog.gresch.de/2007/06/29/kling-lektuere-ii/</link>
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		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 10:31:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[develop]]></category>

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		<description><![CDATA[Und noch eins: gebr&#228;unt;&#160;blondiert&#160;im&#160;hautkot- &#252;rfummel,&#160;getrimmte&#160;zungen;&#160;pflaumige&#160; &#160; Da&#160;kann&#160;man&#160;kaum&#160;davon&#160;sprechen,&#160;das&#160;w&#228;re&#160;nur zum&#160;H&#246;ren&#160;gedacht?&#160; Der&#160;&#34;hautkot&#34;&#160;(selbst&#160;mit&#160;rheinisch&#160;gef&#228;rbter&#160;Aussprache&#160;w&#228;re&#160;der&#160;Reiz&#160;nicht&#160;so&#160;gro&#223;&#160;wie&#160;beim Lesen, wo einem die fehlerhafte Assoziation wegen der fehlerhaften inneren Aussprache st&#228;rker verwirrt), der sp&#228;ter in der &#34;regenhaut&#34; anklingt (nebst einem ganzen Feuerwerk von Binnenreimen/-kl&#228;ngen),&#160;Klings&#160;h&#228;ufiges&#160;Spiel&#160;mit&#160;Zeilenumbr&#252;chen&#160;(&#34;Intertextualit&#228;t&#34;) l&#228;sst&#160;mir&#160;die&#160;&#34;Klanginstallation&#34;,&#160;dies&#160;in&#160;Itinerar&#160;geradezu&#160;krampfhaft-bem&#252;ht&#160;postulierte&#160;Konstrukt&#160;(im Interview auf&#160;literaturkritik.de dagegen weitaus entspannter und nicht so profilierungss&#252;chtig),&#160;noch&#160;zweifelhafter&#160;erscheinen.&#160; &#160; Wie&#160;sagt&#160;doch&#160;mein&#160;hochgesch&#228;tzter&#160;F.B.:&#160;&#34;Marketing&#160;ist&#160;immer&#160;Beschiss&#34;.&#160; Was,&#160;wenn&#160;man&#160;hinter&#160;dem&#160;Begriff&#160;&#34;Klanginstallation&#34;&#160;reines&#160;Marketing&#160;w&#228;hnte??? &#160; &#160;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und noch eins:</p>
<pre>gebr&auml;unt;&nbsp;blondiert&nbsp;im&nbsp;hautkot-

&uuml;rfummel,&nbsp;getrimmte&nbsp;zungen;&nbsp;pflaumige&nbsp;

&nbsp;
</pre>
<p>Da&nbsp;kann&nbsp;man&nbsp;kaum&nbsp;davon&nbsp;sprechen,&nbsp;das&nbsp;w&auml;re&nbsp;nur zum&nbsp;H&ouml;ren&nbsp;gedacht?&nbsp;</p>
<p>Der&nbsp;&quot;hautkot&quot;&nbsp;(selbst&nbsp;mit&nbsp;rheinisch&nbsp;gef&auml;rbter&nbsp;Aussprache&nbsp;w&auml;re&nbsp;der&nbsp;Reiz&nbsp;nicht&nbsp;so&nbsp;gro&szlig;&nbsp;wie&nbsp;beim Lesen, wo einem die fehlerhafte Assoziation wegen der fehlerhaften inneren Aussprache st&auml;rker verwirrt), der sp&auml;ter in der &quot;regenhaut&quot; anklingt (nebst einem ganzen Feuerwerk von Binnenreimen/-kl&auml;ngen),&nbsp;Klings&nbsp;h&auml;ufiges&nbsp;Spiel&nbsp;mit&nbsp;Zeilenumbr&uuml;chen&nbsp;(&quot;Intertextualit&auml;t&quot;) l&auml;sst&nbsp;mir&nbsp;die&nbsp;&quot;Klanginstallation&quot;,&nbsp;dies&nbsp;in&nbsp;<em>Itinerar</em>&nbsp;geradezu&nbsp;krampfhaft-bem&uuml;ht&nbsp;postulierte&nbsp;Konstrukt&nbsp;(im <a href="http://www.literaturkritik.de/public/druckfassung_rez.php?rez_id=827" target="_blank">Interview auf&nbsp;literaturkritik.de</a> dagegen weitaus entspannter und nicht so profilierungss&uuml;chtig),&nbsp;noch&nbsp;zweifelhafter&nbsp;erscheinen.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wie&nbsp;sagt&nbsp;doch&nbsp;mein&nbsp;hochgesch&auml;tzter&nbsp;F.B.:&nbsp;&quot;Marketing&nbsp;ist&nbsp;immer&nbsp;Beschiss&quot;.&nbsp;</p>
<p>Was,&nbsp;wenn&nbsp;man&nbsp;hinter&nbsp;dem&nbsp;Begriff&nbsp;&quot;Klanginstallation&quot;&nbsp;reines&nbsp;Marketing&nbsp;w&auml;hnte??? </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Kling-Lektüre (I)</title>
		<link>http://blog.gresch.de/2007/06/29/kling-lektuere-i/</link>
		<comments>http://blog.gresch.de/2007/06/29/kling-lektuere-i/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 29 Jun 2007 09:14:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>

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		<description><![CDATA[Derzeit mit 5% des Unterbewussten im lyrischen Sumpf watend. W&#228;hrend der Kling-Lekt&#252;re war mir eines weniger behaglich: Der attributive Stil, z.B. angeritzt&#160;in&#160;der&#160;verkehrsmitte,&#160;deut licher&#160;november,&#160;hingest&#252;rzte&#160;-nacht; (&#34;bei&#160;ungeputzten&#160;scheibn&#34;) -bedeckungen,&#160;blindgebliebene&#160;h&#228;nde;&#160;auf gekratzte&#160;knallige&#160;p&#228;rchen,&#160;speedp&#228;rchen angeknallt&#160;(&#34;gefroren,&#160;gemacht,&#160;nachts&#34;) So sehr hier auch sprachliche Virtuosit&#228;t vorhanden ist (schon bei stummer Lekt&#252;re) &#8211; mit diesen attributiven Aufz&#228;hlungen tu ich mir schwer. Sie entsprechen&#160;meinem&#160;Schlechtbeispiel&#160;(&#34;Antipattern&#34;)&#160;f&#252;r&#160;bem&#252;hte&#160;Gegenwartslyrik.&#160; &#160; Deshalb&#160;nat&#252;rlich,&#160;weil&#160;jeder&#160;Sch&#252;ler,&#160;der&#160;Lyrik&#160;zu schreiben&#160;beginnt&#160;und&#160;&#252;ber&#160;die&#160;traditionellen&#160;Formen&#160;hinausgekommen&#160;ist,&#160;eine&#160;Weile&#160;lang&#160;sich (ausschlie&#223;lich)&#160;darin&#160;versucht. &#160; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Derzeit mit 5% des Unterbewussten im lyrischen Sumpf watend. W&auml;hrend der Kling-Lekt&uuml;re war mir eines weniger behaglich: Der attributive Stil, z.B.</p>
<pre>
angeritzt&nbsp;in&nbsp;der&nbsp;verkehrsmitte,&nbsp;deut

licher&nbsp;november,&nbsp;hingest&uuml;rzte&nbsp;-nacht;

(&quot;bei&nbsp;ungeputzten&nbsp;scheibn&quot;)

-bedeckungen,&nbsp;blindgebliebene&nbsp;h&auml;nde;&nbsp;auf

gekratzte&nbsp;knallige&nbsp;p&auml;rchen,&nbsp;speedp&auml;rchen

angeknallt&nbsp;(&quot;gefroren,&nbsp;gemacht,&nbsp;nachts&quot;)
</pre>
<p>So sehr hier auch sprachliche Virtuosit&auml;t vorhanden ist (schon bei stummer Lekt&uuml;re) &#8211; mit diesen attributiven Aufz&auml;hlungen tu ich mir schwer. Sie entsprechen&nbsp;meinem&nbsp;Schlechtbeispiel&nbsp;(&quot;Antipattern&quot;)&nbsp;f&uuml;r&nbsp;bem&uuml;hte&nbsp;Gegenwartslyrik.&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Deshalb&nbsp;nat&uuml;rlich,&nbsp;weil&nbsp;jeder&nbsp;Sch&uuml;ler,&nbsp;der&nbsp;Lyrik&nbsp;zu schreiben&nbsp;beginnt&nbsp;und&nbsp;&uuml;ber&nbsp;die&nbsp;traditionellen&nbsp;Formen&nbsp;hinausgekommen&nbsp;ist,&nbsp;eine&nbsp;Weile&nbsp;lang&nbsp;sich (<em>ausschlie&szlig;lich</em>)&nbsp;darin&nbsp;versucht.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das&nbsp;Kling&nbsp;anzulasten,&nbsp;w&auml;re&nbsp;v&ouml;lliger&nbsp;Unsinn,&nbsp;d&uuml;rfte&nbsp;bei&nbsp;ihm&nbsp;eher&nbsp;reizendes&nbsp;Stilmittel&nbsp;sein,&nbsp;zeigt&nbsp;mir&nbsp;aber,&nbsp;wo&nbsp;ich&nbsp;noch&nbsp;stehe:&nbsp;</p>
<p>Direkt&nbsp;hinter&nbsp;dem&nbsp;Sch&uuml;ler&#8230;&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Immerhin:&nbsp;Warum&nbsp;nicht&nbsp;einmal&nbsp;diese&nbsp;Statik&nbsp;qu&auml;lend&nbsp;ausbreiten&nbsp;und&nbsp;dann&nbsp;-&nbsp;rumms!&nbsp;-&nbsp;Handlung&nbsp;einbetten?&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wert des Menschenlebens (I)</title>
		<link>http://blog.gresch.de/2007/04/13/wert-des-menschenlebens-i/</link>
		<comments>http://blog.gresch.de/2007/04/13/wert-des-menschenlebens-i/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Apr 2007 18:27:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentlicher Bereich]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://web636.webbox122.server-home.org/wpkg/?p=165</guid>
		<description><![CDATA[Zu einer Diskussion mit F.H.: Meine Klage, was eigentlich von mir &#34;&#252;brigbliebe&#34;, wenn ich &#252;ber Nacht st&#252;rbe? Wof&#252;r ich retrospektiv also meine Zeit aufgebracht h&#228;tte? Die Auffassung, die dahinterliegt, zielt ja darauf ab, &#34;etwas&#34; zu hinterlassen, dieses &#34;etwas&#34; w&#228;re dann das Ergebnis der &#252;berwiegenden Lebenst&#228;tigkeit. In meinem Fall verwende ich den Gro&#223;teil meiner Zeit mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zu einer Diskussion mit F.H.: Meine Klage, was eigentlich von <em>mir</em> &quot;&uuml;brigbliebe&quot;, wenn ich &uuml;ber Nacht st&uuml;rbe? Wof&uuml;r ich retrospektiv also meine Zeit aufgebracht h&auml;tte? Die Auffassung, die dahinterliegt, zielt ja darauf ab, &quot;etwas&quot; zu hinterlassen, dieses &quot;etwas&quot; w&auml;re dann das Ergebnis der <em>&uuml;berwiegenden </em>Lebenst&auml;tigkeit. In meinem Fall verwende ich den Gro&szlig;teil meiner Zeit mit dem Erwerb des Lebensunterhalts, von dem der Gro&szlig;teil wieder in die Immobilienfinanzierung flie&szlig;t.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Die erschreckende Antwort w&auml;re also, ich verwendete mein Leben, um ein eher sch&auml;biges Haus in einer wenig liebenswerten Stadt zu bezahlen*. Hier &auml;u&szlig;erte ich die Meinung, dies w&auml;re doch erb&auml;rmlich, wozu F. mir beipflichtete.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Fragte man sich jetzt, <em>weshalb</em> das erb&auml;rmlich w&auml;re, k&auml;me man leicht darauf, dass in meinem Wertgef&uuml;ge ein Haus weit weg von allem Wert ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Selbst wenn es ein sch&ouml;nes Haus w&auml;re, w&uuml;rde mir der Satz &#8211; &quot;<em>sein Leben widmete er ganz dem Erwerb eines sch&ouml;nen Hauses</em>&quot; widersinnig erscheinen. Ohne eine detaillierte Wertskala ausarbeiten zu k&ouml;nnen, meine ich aber, dass S&auml;tze wie &quot;<em>sein Leben widmete er dem technischen Fortschritt</em> [oder <em>der Menschheit</em> oder <em>der Kunst</em> etc.]&quot; viel sinnvoller sind, wobei die dahinterliegenden Kategorien wieder nah an diejenigen heranreichen, die den Schelerschen Typen zugrundeliegen d&uuml;rften.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Mir ist schon bewusst, dass es nicht wenige gibt, die sich damit zufrieden geben, wenn &uuml;ber sie gesagt w&uuml;rde &quot;<em>hat sein Leben daf&uuml;r verwendet, gut zu essen und zu trinken und einmal im Jahr eine gr&ouml;&szlig;ere Reise zu unternehmen</em>&quot;, oder &quot;<em>er widmete sein Leben dem Erwerb von gebrauchten Automobilen, Mobiltelephonen, Fernsehern und Einrichtungsgegenst&auml;nden</em>&quot; etc. etc.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hier liegt ganz deutlich eine Wertdifferenz vor (eher: eine Wertdissonanz): dieser Wert des Dahinlebens ist mir fragw&uuml;rdig, anderen aber nicht. Andere m&ouml;gen mir indes beipflichten, wenn ich sie fragte, ob es denn nicht <em>besser </em>w&auml;re, sein Leben z.B. &quot;der Wissenschaft&quot; zu widmen. Sie w&uuml;rden dies nur nicht auf sich beziehen und Gr&uuml;nde daf&uuml;r anf&uuml;hren, weshalb dies f&uuml;r ihr Leben nicht gelten k&ouml;nne.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Beginne ich aber, dar&uuml;ber nachzudenken, muss ich auch beginnen, f&uuml;r mein Leben zu folgern. Und eines stelle ich gerade fest: Dieses Haus ist es nicht wert, sich derart versklaven zu lassen, wie es bei mir allein dadurch der Fall ist, dass ich in diesem inhaltlich weitgehend submediokrem Umfeld bewege.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Bewege &#8211; nicht bewegen muss.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>*Wenn ich allein vergleiche, wie wenig Zeit f&uuml;r die Kinder &uuml;brigbleibt!</p>
<p>&nbsp;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>LTI und die Geschäftssprache</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Jan 2007 07:45:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[klemperer]]></category>
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		<description><![CDATA[Derzeit Lekt&#252;re der Klemperer-Tageb&#252;cher. &#160; Seine Besch&#228;ftigung mit der LTI regt mich an, aus der Wirtschaftssprache zu sammeln, ohne dass ich ein genaueres Ziel h&#228;tte (die LTI hab ich noch nicht erworben, mir ist gewisserma&#223;en nur das Material bekannt, nicht aber die methodische &#220;berlegung dazu). &#160; Wieviel da doch zu finden ist! Nicht nur die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Derzeit Lekt&uuml;re der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Klemperer">Klemperer</a>-Tageb&uuml;cher.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Seine Besch&auml;ftigung mit der LTI regt mich an, aus der Wirtschaftssprache zu sammeln, ohne dass ich ein genaueres Ziel h&auml;tte (die LTI hab ich noch nicht erworben, mir ist gewisserma&szlig;en nur das Material bekannt, nicht aber die methodische &Uuml;berlegung dazu).</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Wieviel da doch zu finden ist! Nicht nur die gesamte Hierarchie &#8211; <em>Chief Executive Officer</em>,<em> Executive Committee</em>, <em>Task Forces</em>, die <em>Deadline</em>, die <em>Resources</em>, zu denen auch die Menschen geh&ouml;ren (<i>Ressourcen</i> werden aber normalerweise ausgebeutet, auch im Englischen (&quot;exploit resources&quot;).</p>
<p>Vielleicht ist schon Philologisch-Monographisches dazu vorhanden, interessieren w&uuml;rde mich hier sehr, ob auch sprachliche Alternativmodelle existieren, die das Inhuman-Militaristische meiden und diese auch in Gro&szlig;unternehmen verwendet werden.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Interessant, dass vieles, was Klemperer &uuml;bel aufstie&szlig; (die Attribuierung von St&auml;dten, also &quot;Hansestadt Bremen&quot; [~lustig~: &quot;Hansestadt K&ouml;ln&quot;), nicht beendet wurde, man denke an die ganzen Lutherst&auml;dte, ich glaube auch die &quot;H&auml;ndelstadt&quot; etc. etc. Und hier die Verkn&uuml;pfung zu dem Attribuierungsspruch f&uuml;r Unternehmen &quot;BlaBlaBla &#8211; We spin the universe&quot;, &quot;BloBloBlo &#8211; Your quality choice&quot;, &quot;BluBluBlu &#8211; Sicherheit f&uuml;r die sch&ouml;nen Momente&quot; etc. etc.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Feigheit als deutsches Merkmal?</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Dec 2006 11:19:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Klemperer: &#34;Deutsche&#34; Eigenschaft: Die Feigheit, nicht &#8211; nur &#8211; die Obrigkeitsh&#246;rigkeit. Vielleicht auch das Sch&#246;nreden? &#160; Ich tendiere eher dazu: Derartige (a)llgemeine Merkmale sind nicht national begr&#252;ndet. Eher gibt es historisch-soziologisch begr&#252;ndete Werteskalen, die bestimmte Verhaltensweisen bewirken. &#160; Unabh&#228;ngig davon bin ich der Ansicht, dass eine allgemeine ethische Handlungsverpflichtung besteht, aus der sich ableitet, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Klemperer: &quot;Deutsche&quot; Eigenschaft: Die Feigheit, nicht &#8211; nur &#8211; die Obrigkeitsh&ouml;rigkeit. Vielleicht auch das Sch&ouml;nreden?  </p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Ich tendiere eher dazu: Derartige (a)llgemeine Merkmale sind nicht <i>national</i> begr&uuml;ndet. Eher gibt es historisch-soziologisch begr&uuml;ndete Werteskalen, die bestimmte Verhaltensweisen bewirken.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Unabh&auml;ngig davon bin ich der Ansicht, dass eine allgemeine ethische Handlungs<i>verpflichtung</i> besteht, aus der sich ableitet, dass man auch dann politisch handelt, wenn man das politische Handeln unterl&auml;sst. Deshalb ist derjenige, der zu Gewalt und Missbrauch schweigt, Mitt&auml;ter und handelt durch Unterlassen. Ein altes Konstrukt &uuml;brigens, &auml;lter als das Recht Ulpians und Gaius&#8217;, n&auml;mlich wenigstens neutestamentarisch.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Spokenword Berlin Revue 2005</title>
		<link>http://blog.gresch.de/2005/12/28/spokenword-berlin-revue-2005/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Dec 2005 00:39:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Veranstaltungen]]></category>

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		<description><![CDATA[This evening I visited the final event of http://www.spokenwordberlin.net/. The event was OK in general, nearly all people on the stage were good performers in the sense of pronounciation and keeping tension. But to my sadness, around 10% of the content was about food (sic) and some 5% about brands and other 5% (as normal/as [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>This evening I visited the final event of <a href="http://www.spokenwordberlin.net/">http://www.spokenwordberlin.net/</a>.<br />
The event was OK in general, nearly all people on the stage were good performers in the sense of pronounciation and keeping tension.<br />
But to my sadness, around 10% of the content was about food (sic) and some 5% about brands and other 5% (as normal/as expected) copulation and sexual details, which seems to be the only knowledge that is common for nowadays people. And what I found interesting, too, was that a lot of people just laugh (in the sense of an &#8220;inspired&#8221; laughter) when they recognise sthg, independent of whether the idea behind was funny or not.<br />
If find this interesting, because I found this kind of laughter in pseudo-educated circles where people who recognised an allusion to some knowledge trace also had this &#8220;knowing&#8221; smile/laughter.<br />
And to be able to rhyme only (&#8220;Rita&#8221;) is not enough for me at least.<br />
Think I liked Dalibor&#8217;s Rashomon-minus-1 (rather minus-2) &#8220;annotation&#8221; best, but also this other Berlin guy who got the &#8220;price&#8221; (one bottle &#8220;RotkÃ¤ppchen&#8221; sparkling vine and the honour, of course) together with the IMHO overrated Bas BÃ¶ttcher in the first half, was good.<br />
Anyway, the courage and the performative power is highly appreciable and though I did not have one &#8220;poetical moment&#8221; I went away with good impressions.<br />
Generally I think, this community does not differ so much from the established/official cultural community, except of the money and the fact, that an <i>ad hoc</i> decision of the auditory decides about an author&#8217;s failure (and not the amount of books sold or a special jury): They establish themselves, they shake hands and are friendly to push up themselves. It&#8217;s as equal as the gamers clans are very close to the german &#8220;Verein&#8221;.<br />
The biggest difference might be the rather sportive aspect &#8211; you get money and praise if you win a kind of match instead of getting prices because you&#8217;re a good self-marketer against jury members. Not such a very big difference. And the danger lies within the &#8220;quality&#8221; of the slam auditory &#8211; if they were completely dumb, a good (IMHO) author like e.g. Kling would not be heard because it needs time to get used to his language.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Computersprache</title>
		<link>http://blog.gresch.de/2005/05/05/computersprache/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 May 2005 07:07:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>KG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Vermisstes]]></category>
		<category><![CDATA[Ideen]]></category>

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		<description><![CDATA[In der letzten Zeit in meine &#8216;künstliche&#8217; Sprache (insb. die Poemata) Kommentare aus der Programmierersprache eingeführt. Z.B.: /* gesicht */ cor/*o?*/naleiden, nicht das übersetzte deine hand in rom. jetzt dein blick in meinem kopf, deine hand an der stirn schritten wir glücklichen am lido, könnte dein blick mich nur nicht halten unerhört! unerhört. meine haut, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der letzten Zeit in meine &#8216;künstliche&#8217; Sprache (insb. die Poemata) Kommentare aus der Programmierersprache eingeführt. Z.B.:</p>
<pre><span style="color: #006699;">/* gesicht */</span></pre>
<pre>cor<span style="color: #006699;">/*o?*/</span>naleiden,
nicht das übersetzte
deine hand in rom.

jetzt dein blick in
meinem kopf, deine hand
an der stirn 

schritten wir glücklichen
am lido, könnte dein
blick mich nur nicht halten

unerhört! unerhört. meine
haut, dein hauch. unsre

ersten lächler, die schneeïchten
tropfen, verrostete
fossilien, <span style="color: #006699;">/* lilien */ </span>butterblumen.<span style="color: #006699;">

/* atzenbrugger deutsche.*/</span><span style="color: #006699;">
/* ah, ye mouth! */
/* 1418 1792 die flucht. */</span></pre>
<p>Nur jemand, der zumindest ein wenig mit dem Programmieren vertraut ist, wird die &#8220;Symbole&#8221; (i.e. Kommentarsyntax) zu <em>lesen</em> wissen.</p>
<p>Allerdings denke ich, dass in Zukunft weitaus mehr und andere Menschen als die Programmierer dazu in der Lage sein können und werden: Wir werden den Computer wohl niemals vermitteln können, unsere menschliche Sprache vollständig zu verstehen.</p>
<p>Aber wir können uns selbst beibringen, die Sprache zu verstehen, die wir den Computern beibringen.</p>
]]></content:encoded>
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